Nature morte, Henri Matisse
Henri Matisse
Nature morte
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Henri Matisse

Nature morte, 1941


Blatt
405 x 530 mm
Material und Technik
Feder in Schwarz (Tusche) auf geripptem Büttenpapier
Inventarnummer
16759
Objektnummer
16759 Z
Erwerbung
Erworben 2000 mit Mitteln der Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main; Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V.
Status
Kann im Studiensaal der Graphischen Sammlung vorgelegt werden (besondere Öffnungszeiten)

Texte

Über das Werk

Dieses lichte Stillleben aus Gefäßen und Früchten gehört zu einer Folge von Variationen, die Henri Matisse im Sommer 1941 in Nizza zeichnete. Mit minimalsten Mitteln charakterisierte der Künstler die unterschiedlichen Objekte. Ein aufgerichteter Kessel aus getriebenem Kupfer dominiert die Komposition. Neben ihm ist eine im Anschnitt gegebene, orientalisch wirkende Vase auszumachen. Sichtbare Pflanzenstiele betonen ihre gläserne Transparenz. Wie zufällig wirkt die gleichsam rhythmische Anordnung einer weiteren Vase im Hintergrund, einer Schale mit Feigen, einer Melone und sechs vereinzelter Früchte im Vordergrund, die an Birnen und Pfirsiche denken lassen.

Extreme Nahsicht lässt das Zusammenspiel als Ausschnitt wirken. Auf unbestimmtem Untergrund gruppiert, wird die Fläche des Papiers zum Raum und alles scheint sich in hellem Licht darzubieten. Die arrangierten Gegenstände sind der unmittelbaren Umgebung des Künstlers entnommen. Sie begegnen uns auch in seinen Gemälden und sind auf Photographien wiederzufinden. Nicht Erdachtes, sondern Geschautes bot dem erfahrenen Künstler einen gesuchten Vorwand zum Zeichnen. Es ist eine selbst inszenierte Herausforderung, um allein mittels des Federstrichs gestalterische Grundideen zu bewältigen. Mit wenigen, dünnen Linien erfasste er die Umrisse, vermittelte die materielle Qualität und zugleich eine Vorstellung von Gewicht und Volumen. Eine einzige, auffällige Akzentuierung der Melone durch einen breiten Federstrich verleiht ihr zusätzliche Schwere und schafft so ein ausgewogenes Verhältnis zur Dimension des benachbarten Kessels, der durch sein spielerisches Dekor eher Leichtigkeit suggeriert.

Im Sommer 1941, inmitten der Kriegsjahre, zeichnete der über 70-jährige Künstler viel. Neben zahlreichen Stillleben gehörten Gesichter und Frauenakte zu seinen bevorzugten Themen. Berücksichtigt man, dass seine künstlerische Tätigkeit zuvor, nach einer schweren Operation, über Monate ruhen musste, so mag ihm das intensive Zeichnen gegenüber der Malerei leichter gefallen sein. Doch entstanden diese Zeichnungen nicht im Dienste der Malerei. Das Zeichnen blieb für Henri Matisse lebenslang ein eigenständiger, nicht endender Prozess der Klärung.

In der Frankfurter Sammlung führt das »Stillleben« des Franzosen seine aufschlussreiche Zeitgenossenschaft zum späten Werk Paul Klees vor Augen. Den nachhaltigen Einfluss auf die folgende Generation kann unsere Zeichnung David Hockneys bezeugen.

Über die Schenkung

Das Frankfurter Unternehmerehepaar Dr. Kurt und Marga Möllgaard begann nach 1945 moderner Kunst zu sammeln. Ab 1964 schenkten sie Teile ihrer Kollektion an den Städelschen Museums-Verein. Kurt Möllgaard kommentierte sein Tun: „Wir haben damit bewusst eine Tradition fortgesetzt, die auch in besonderem Maße von jenen Frankfurtern gepflegt worden ist, die nach 1933 ihre Heimat verlassen mussten.“ 1987, nach dem Tod seiner Frau und seines Sohnes, gründete Kurt Möllgaard die Kurt und Marga Möllgaard-Stiftung. Sie ermöglichte seither weitere Kunstankäufe, überwiegend für die Graphische Sammlung.

Werkdaten

Basisdaten

Titel
Nature morte
Titelübersetzung
Stillleben
Zeichner
Entstehungsort
Entstehungszeit
Objektart
Material und Technik
Feder in Schwarz (Tusche) auf geripptem Büttenpapier
Material
Technik
Geografische Einordnung
Entstehungsgrund
Beschriftung zum Zeitpunkt der Entstehung
Signiert und datiert unten rechts (mit der Feder in Schwarz): Henri Matisse 41
Wasserzeichen
  • Nicht vorhanden

Eigentum und Erwerbung

Institution
Abteilung
Sammlung
Eigentümer
Städel Museum, Frankfurt am Main, Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e. V.
Bildrechte
© Succession H. Matisse / VG Bild-Kunst, Bonn, Foto: U. Edelmann
Erwerbung
Erworben 2000 mit Mitteln der Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main; Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V.

Werkinhalt

Motive und Bezüge

Motivgattung
Motiv

Iconclass

Primär
  • 41E Stillleben mit verschiedenartigen Gegenständen
Sekundär

Mehr zu entdecken

Kontakt

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Letzter Import

18.04.2018