Trauernde und Soldaten unter dem Kreuz, Meister der Worcester-Kreuztragung
Meister der Worcester-Kreuztragung
Trauernde und Soldaten unter dem Kreuz
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Meister der Worcester-Kreuztragung

Trauernde und Soldaten unter dem Kreuz, ca. 1425 – 1430


Blatt
152 x max. 237 mm
Material und Technik
Feder in Braun und Pinsel in Grau auf geripptem Büttenpapier
Inventarnummer
6976
Objektnummer
6976 Z
Erwerbung
Erworben 1891 für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main
Status
Kann im Studiensaal der Graphischen Sammlung vorgelegt werden (besondere Öffnungszeiten)

Texte

Über das Werk

Der »Meister der Worcester-Kreuztragung« trägt seinen Namen nach dem einzigen ihm sicher zuzuschreibenden Gemälde, einer »Kreuztragung« aus der Sammlung Worcester (heute Chicago, Art Institute). Man weiß über ihn wenig; er scheint um 1420/30 im süddeutschen Raum, möglicherweise in Regensburg, gearbeitet zu haben. Gleichwohl war er ein Künstler von innovativer Kraft, dessen Einfluss in nicht wenigen Werken der Zeit und der Region zu erkennen ist.

Dem Meister wird eine kleine Gruppe von Zeichnungen zugerechnet, von denen die meisten als Werkstattarbeiten gelten und wahrscheinlich nur zwei eigenhändig sind. Das Blatt des Städel Museums ist eines davon; auf anrührende Weise zeigt es das Charakteristische, die besondere Gestaltungskraft dieses Künstlers. Zu sehen sind zwei Menschengruppen, die als Bestandteil einer größeren »Kalvarienberg«-Komposition entworfen sind. Links bemühen sich zwei heilige Frauen und der Apostel Johannes um die ohnmächtig niedergesunkene Muttergottes, rechts wenden sich drei Soldaten oder Schergen höhnend und herabsetzend dem am Kreuz hängenden Christus zu, den man sich als Fortsetzung der Komposition denken muss.

Mit unterschiedlich dunklen Pinsellavierungen hat der Künstler die zuvor mit der Feder angelegten Figuren ausgearbeitet. Dabei ist die Gruppe der Trauernden zarter und schlichter gestaltet als die drei Soldaten, die nicht nur mit modischen Zutaten behängt und ausgestattet sind, sondern auch kontrastreicher, körperhafter wirken. Ihren derben Grimassen entsprechen exaltierte Körperhaltungen, die in dem nach hinten gebogenen Kopf mit herausgestreckter Zunge bei der vorderen Figur gipfeln. Mit knappen zeichnerischen Mitteln gelingt es dem Künstler, Trauer und Leid gegen Brutalität und Bosheit zu setzen und damit das Ereignis der Passion in menschlichen Gefühlen zu spiegeln. Die Kunst des Meisters der Worcester-Kreuztragung wurzelt in den stilisierten Formen des »Schönen Stils«, sie durchdringt diesen aber mit einer neuen Hinwendung zur Wirklichkeit.

Werkdaten

Basisdaten

Titel
Trauernde und Soldaten unter dem Kreuz
Zeichner
Entstehungsort
Entstehungszeit
Stilrichtung
Objektart
Material und Technik
Feder in Braun und Pinsel in Grau auf geripptem Büttenpapier
Material
Technik
Geografische Einordnung
Entstehungsgrund
Nachträgliche Beschriftung
Verso Stempel des Städelschen Kunstinstituts, Frankfurt am Main (Lugt 2356)
Wasserzeichen
  • Ochsenkopf [Fragment]

Eigentum und Erwerbung

Institution
Abteilung
Sammlung
Eigentümer
Städel Museum, Frankfurt am Main
Bildrechte
© Städel Museum, Foto: U. Edelmann
Erwerbung
Erworben 1891 für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main

Werkinhalt

Motive und Bezüge

Motivgattung
Motiv
Dargestellte Personen
Assoziierte Personen und Institutionen
Literarische Quelle
  • Bibel, Neues Testament, Matthäus 27,54-56
  • Bibel, Neues Testament, Markus 15,39-41
  • Bibel, Neues Testament, Lukas 23,47-49

Iconclass

Primär
  • 73D625 die Umstehenden am Fuße des Kreuzes, unter ihnen Maria, Maria Magdalena und Johannes der Evangelist; Maria kann während einer Ohnmacht dargestellt sein
  • 45B der Soldat; Soldatenleben
Sekundär
  • 31F11 Totenkopf, Totenschädel (als Symbol des Todes)

Forschung

Forschung

Historische Zuschreibung
  • Rheinisch, 15. Jahrhundert; Zeichner

Bezug zu anderen Werken

  • Alle
  • Motiv
  • Bildelemente
  • Assoziation
  • Stimmung
  • Wirkung
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Letzter Import

03.05.2018