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Jacques Callot

Radierer, Grafiker, Zeichner und Kupferstecher

Geboren
1592 in Nancy
Gestorben
1635 in Nancy

Biografie

Callots Leben und Tätigkeit ist durch sein umfangreiches Werk von Zeichnungen und Radierungen dokumentiert. Nachdem er in Rom bei dem Verleger Philippe Thomassin seine handwerklichen Fähigkeiten vervollkommnet hatte, arbeitete er seit 1612 am Hof Cosimos II. de Medici in Florenz, bevor er 1621 in seine Heimat nach Nancy zurückkehrte, wo er in den Dienst des Herzogs Karl IV. von Lothringen trat.

Wie Bellange, als dessen Schüler er oft genannt wird, war Callot überwiegend als Hofkünstler tätig, jedoch mit völlig anderen Interessen: Mit einer Vielfalt von Einfällen und großer Phantasie setzte er in Graphik und Zeichnung um, was sich um ihn herum ereignete: das Leben am Hof und im Volk, das Theater, die Feste, später - nach der Rückkehr nach Nancy - die Schilderung der Kriegsschauplätze und schließlich immer wieder religiöse Themen. In diesen mit spontaner Lebendigkeit erzählten Geschehnissen spiegelt Callot seine Zeit wider. Dazu bot sich die Technik der Radierung an, die jedoch durch Zeichnungen sorgfältig vorbereitet wurde.

Bedingt durch seine Gesinnung und persönliche Anteilnahme entwickelte Callot eine künstlerische Ausdrucksweise, die den Manierismus überwand und stattdessen naturalistische Formen annahm. Er arbeitete in seinen detaillierten, meist kleinformatigen Schilderungen - auch in höchst komplexen Kompositionen - mit harmonischen Proportionen und klarem Aufbau. Mit diesen Eigenschaften wies Callot den Weg in die Zukunft und blieb für nachfolgende Künstler (z.B. Rembrandt) vorbildhafter als Bellange, der eine höfische manierierte Kunst zu einem Höhepunkt brachte, der zugleich aber auch Endpunkt war.

13 Werke von Jacques Callot

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