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Blauer Reiter

Künstlervereinigung

Gegründet
1911
Aufgelöst
1914

Geschichte

Als ein wesentlicher Beitrag zum deutschen Expressionismus entsteht 1911 in München die Künstlervereinigung Der Blaue Reiter als loser Zusammenschluss. Nach Auseinandersetzungen mit anderen Mitgliedern spalten sie sich von der erst 1909 gegründeten Neuen Künstlervereinigung München ab und eröffnen unter dem Namen Der Blaue Reiter im gleichen Jahr in der Galerie Tannhauser ihre erste Ausstellung. 1912 geben Wassily Kandinsky und Franz Marc einen gleichnamigen Almanach mit Beiträgen über zeitgenössische Kunstströmungen heraus. Gabriele Münter, Alexej Jawlensky, Marianne von Werefkin, Alfred Kubin oder Paul Klee sind weitere Mitglieder der Gruppe. Die Künstler suchen in Anlehnung an das Naive nach neuen künstlerischen Impulsen, die sie sowohl in der Volkskunst Oberbayerns als auch der russischen Tradition finden – vermittelt über ihre russischen Mitglieder. Sie entwickeln eine stark farbige und zunehmend abstrahierende Formensprache in dem Bestreben, einer neuen spirituellen Dimension zum Ausdruck zu verhelfen. Beeinflusst von seinem Lehrer Franz von Stuck, übernimmt Kandinsky die vom Jugendstil geprägte Vorstellung, dem Ornamentalen Vorrang vor dem Inhaltlichen einzuräumen. Das führt ihn schrittweise zu einer immer gegenstandsloseren Malerei, die schließlich in die Abstraktion mündet. Es entwickelt sich kein einheitlicher Stil; Eindrücke und Empfindungen sollen individuell in verschiedenen Formen verarbeitet werden. Die Künstler des Blauen Reiter pflegen einen intensiven Austausch mit anderen Avantgardebewegungen wie dem Rheinischen Expressionismus August Mackes, aber auch mit französischen Künstlern wie beispielsweise Robert Delaunay. Der Erste Weltkrieg, dem Marc und Macke zum Opfer fallen, und die Verbannung der ausländischen Mitglieder in ihr Heimatland setzen der Bewegung ein jähes Ende.

Personen, die zu Blauer Reiter gehören

Werke, die mit Blauer Reiter in Verbindung stehen