Judith enthauptet Holofernes, Peter Paul Rubens
Peter Paul Rubens
Judith enthauptet Holofernes
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Peter Paul Rubens

Judith enthauptet Holofernes, ca. 1609 – 1610


Blatt
206 x 160 mm
Material und Technik
Feder in Braun, braun laviert, auf geripptem Büttenpapier
Inventarnummer
15690
Objektnummer
15690 Z
Erwerbung
Erworben 1935 für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main
Status
Ausgestellt

Texte

Über das Werk

Das Buch Judith im Alten Testament erzählt von der Belagerung der jüdischen Festung Betylua durch den assyrischen Oberbefehlshaber Holofernes. Kurz bevor die bedrängte Stadt sich ergeben musste, begab sich die schöne und fromme Witwe Judith in Begleitung ihrer Magd in das Heerlager des Holofernes. Es gelang ihr, seine Zuneigung und sein Vertrauen zu gewinnen, und als er in der Nacht betrunken eingeschlafen war, schlug sie ihm mit seinem eigenen Schwert den Kopf ab. Das assyrische Heer gab, seines Anführers beraubt, die Belagerung auf. Wegen ihres Triumphes über das Böse galt die heldenhafte Judith in der christlichen Kirche als Vorläuferin Mariens.

Rubens hat »Judith und Holofernes« mehrfach behandelt; die Zeichnung des Städel Museums steht in einer engen Beziehung zu seinem frühesten Gemälde des Themas. Es entstand um 1609–10 in Antwerpen, nach der Rückkehr des Künstlers von einem mehrjährigen Italien- und Spanienaufenthalt, bei dem er sich unter anderem in Rom mit Adam Elsheimer angefreundet hatte. Rubens’ Gemälde ist heute zwar verschollen, seine Komposition jedoch durch einen Kupferstich überliefert.

In der Zeichnung des Städel Museums hat Rubens die Komposition mit schnellen, fast flüchtigen Federstrichen angelegt und ihr dann mit einem großzügig geführten Pinsel und unterschiedlich getönter Lavierung Tiefe und Licht verliehen. Danach fügte er, wiederum mit der Feder, noch einige Akzente hinzu, etwa das angedeutete Stillleben vorne links, das wohl Helm und Schild meint, oder die veränderte Haltung des Schwertes. Ihn interessierte die Verschränkung der beiden Hauptfiguren, des rücklings über Kopf nach vorne gezerrten Holofernes und der energisch über eine umgestürzte Sitzbank herantretenden, das Schwert über den Kopf schwingenden Judith. Rechts am Rand ist die ängstlich zurückblickende Magd der Judith zu erkennen. Die virtuose Feder- und Pinselzeichnung, deren wilden Schwung Rubens im Gemälde zurücknahm, diente dazu, die von Licht und Bewegung bestimmte Gesamtwirkung der Komposition zu erproben.

Werkdaten

Basisdaten

Titel
Judith enthauptet Holofernes
Zeichner
Entstehungszeit
Stilrichtung
Objektart
Material und Technik
Feder in Braun, braun laviert, auf geripptem Büttenpapier
Material
Technik
Geografische Einordnung
Entstehungsgrund
Nachträgliche Beschriftung
Verso bezeichnet auf dem Montierungsbogen unten mittig (mit der Feder in Braun): van Dyck; unten rechts: RPR
Verso auf dem Montierungsbogen Trockenstempel der Sammlung Sir Thomas Lawrence, London (Lugt 2445); Stempel der Sammlung Robert Low, London (Lugt 2222); Stempel des Städelschen Kunstinstituts, Frankfurt am Main (Lugt 2356)
Wasserzeichen
  • [Fragment, nicht identifizierbar]
Werkverzeichnis
  • Burchard/D'Hulst 1963.80.47
  • Held 1959.99.15
  • Nicht bei Glück/Haberditzl

Eigentum und Erwerbung

Institution
Abteilung
Sammlung
Eigentümer
Städel Museum, Frankfurt am Main
Bildrechte
© Städel Museum
Erwerbung
Erworben 1935 für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main

Werkinhalt

Motive und Bezüge

Motivgattung
Motiv
Dargestellte Personen
Literarische Quelle
  • Bibel, Altes Testament, Judit 13,4-8

Iconclass

Primär
  • 71U4273 Holofernes wird von Judith mit seinem eigenen Schwert enthauptet; das Dienstmädchen kann als Wache dargestellt sein
Sekundär

Forschung

Forschung

Historische Zuschreibung

Bezug zu anderen Werken

  • Alle
  • Motiv
  • Bildelemente
  • Assoziation
  • Stimmung
  • Wirkung
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Letzter Import

03.05.2018