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Raymond La Fage

Zeichner, Stecher, Radierer und Grafiker

Geboren
1656 in Lisle-sur-Tarn
Gestorben
1684 in Lyon

Biografie

Nach Anfängen als Autodidakt lernte La Fage in Toulouse im Atelier des Jean Pierre Rivalz, der später selbst eine große Sammlung seiner Zeichnungen hatte (aus der übrigens einige unserer Blätter stammen). 1679/80 hielt er sich in Rom auf, wo er an der Accademia di San Luca einen Preis im Zeichnen gewann. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich unternahm er mit dem Kupferstecher Jan van der Bruggen eine Reise in die Niederlande. Seine kurzen, erfolglosen Aufenthalte in Paris machen deutlich, dass La Fage sich völlig abseits vom offiziellen Kunstbetrieb bewegte; statt dessen erhielt er jedoch 1683 in Toulouse den Auftrag, für den Rathaussaal zehn Szenen aus der Geschichte der Stadt zu entwerfen, die von anderen Künstlern ausgeführt werden sollten. Bei einem zweiten Aufbruch nach Italien starb La Fage 1684 in Lyon.

Seine Zeichnungen waren trotz oder wegen seiner Nichtzugehörigkeit zum Kreis der Pariser Hofkünstler bei den Zeitgenossen und zu Beginn des 18. Jahrhunderts außerordentlich begehrt. Nicht nur Freunde, wie z. B. der oben erwähnte sammelten sie, auch Pierre Crozat besaß eine stattliche Anzahl und J. v. d. Bruggen gab bereits 1689 in Paris einen Receuil von Zeichnungen La Fages heraus.

Pierre Jean Mariette setzte sich als erster kritisch mit dem Werk La Fages auseinander. Er lobte: „Le principal mérite de La Fage est d’avoir dessiné avec liberté et avec franchise, et de bon goût en même temps“, womit sich La Fage offensichtlich erfrischend von den akademischen Zeichnern abhob. Zugleich aber zeigt Mariette auch die Schwächen auf: „… il étoit borné, et jamais il ne scut composer. Ce sont de belles académies placées sans choix.“

Diese berechtigte Kritik und die Abhängigkeit von Vorbildern ließen die Wertschätzung der Zeichnungen im Laufe der Jahrhunderte sinken.

17 Werke von Raymond La Fage

Personen, die mit Raymond La Fage in Verbindung stehen