La Sagesse et la Vérité descendent sur la terre et les ténèbres qui la couvrent se dissipent à leur approche, Pierre-Paul Prud'hon
Pierre-Paul Prud'hon
La Sagesse et la Vérité descendent sur la terre et les ténèbres qui la couvrent se dissipent à leur approche
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Pierre-Paul Prud'hon 1758 – 1823

La Sagesse et la Vérité descendent sur la terre et les ténèbres qui la couvrent se dissipent à leur approche, 1794


Maße
Blatt Durchmesser: 365 mm
Äußere Beschreibung
Schwarze Kreide und Kohle, weiß gehöht (Kreide), auf blauem Büttenpapier, aufgezogen
Inventarnummer
16337 Z
Erwerbung
Erworben 1978 für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main; Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V.
Status
Kann im Studiensaal der Graphischen Sammlung vorgelegt werden (besondere Öffnungszeiten)

Texte

Über das Werk

Mit den für ihn typischen, weichen zeichnerischen Mitteln lässt Pierre Paul Prud’hon Minerva, die Verkörperung der Weisheit, gemeinsam mit der »nackten« Wahrheit im diffusen Licht einer Morgendämmerung in der grenzenlosen Weite des Himmels schweben. Schemenhaft entfliehen Irrtum und Frevel in die Dunkelheit. Tief unter diesen allegorischen Figuren ist die Erdkugel auszumachen, auf der in großen Lettern das Wort »FRANCE« nur schwer zu erkennen ist.
Ein Vorbild für das ikonographisch selten gemeinsam auftretende Paar findet sich in einem Stich von L. Desplaces nach A. Coypel aus dem Jahr 1715. Minerva hat hier Irrtum und Dummheit vertrieben, so dass sich die Wahrheit den Menschen offenbaren kann. Orientierung für seinen zeichnerischen Stil bot Prud’hon die Sfumato-Malerei von Leonardo und Correggio, deren Werke er in Paris und auch in Italien, während seines vierjährigen Rom-Stipendiums (1784–1788), sehen konnte. Mit schwarzer und weißer Kreide zeichnet der Künstler auf blau getöntes Büttenpapier, das der Stimmung der Dämmerung entspricht. Um den Figuren Volumen zu geben, setzt er nur wenige Linien ein und arbeitet stattdessen mit flächig gewischten Effekten.
Als exemplarisches Beispiel für die französische Kunst der Jahrhundertwende spiegelt Prud’hons Zeichnung die geistige und politische Übergangssituation der Jahre zwischen Revolution und Kaiserreich wieder. Um einer ideologischen Aussage, der Hoffnung auf die neue Republik, in einem sinnlich nachvollziehbaren Bild glaubhaften Ausdruck zu geben, wählte Prud’hon ein klassisches Thema, dem durch eine attraktive, adaptierte Gestaltung große Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde. Mit dieser suggestiven Bildsprache behauptet sich »La Sagesse et la Vérité« als Gegenposition zu der strengen, neoklassizistischen Doktrin der Historienmalerei eines J.-L. David und als ein Vorbote der französischen Romantik.
Die Zeichnung »La Sagesse et la Vérité« wurde 1795 ausgezeichnet und Prud’hon erhielt den Auftrag, ein entsprechend dekoratives Deckengemälde auszuführen. Die nur leicht abgewandelte und um ein Zehnfaches größere Komposition befindet sich heute in der Sammlung des Musée du Louvre.

Werkdaten

Basisdaten

Künstler
Zeitraum
Stilrichtung
Objektart
Äußere Beschreibung
Schwarze Kreide und Kohle, weiß gehöht (Kreide), auf blauem Büttenpapier, aufgezogen
Technik
Material
Beschriftung zum Zeitpunkt der Herstellung
Bezeichnet unten mittig (in der Darstellung, mit weißer Kreide): FRANCE
Später erfolgte Beschriftung
Stempel der Sammlung Charles-Boulanger de Boisfremont (Lugt 353); verso Stempel des Städelschen Kunstinstituts, Frankfurt am Main (Lugt 2356)
Wasserzeichen
Nicht geprüft

Eigentum und Erwerbung

Institution
Abteilung
Sammlung
Eigentümer
Städel Museum, Frankfurt am Main, Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V.
Bildrechte
© Städel Museum
Erwerbung
Erworben 1978 für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main; Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V.

Werkinhalt

Motive und Bezüge

Motivgattung
Motiv
Dargestellte Personen
Assoziierte Personen und Institutionen

IconClass

Primär
  • 52A51(+111) Weisheit; Ripa: Sapienza, Sapienza humana, Sapienza vera (+nackt)
  • 52A6(+11) Wahrheit, Wahrhaftigkeit; Ripa: Verità (+eine abstrakte Konzeption wird durch eine weibliche Figur verkörpert)
  • 92C27 spezifische Darstellungsformen, allegorische Darstellungsformen Minervas; Minerva als Schutzgottheit
  • 31AA2763 in der Luft schweben - AA - weibliche Figur
Sekundär
  • 31A25552 der nach vorne gerichtete Zeigefinger; zeigen, hinweisen auf
  • 25 die Erde, die Welt als Himmelskörper

Bezug zu anderen Werken

  • Alle
  • Assoziation
  • Motiv
  • Stimmung
  • Wirkung

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Letzter Import

23.10.2017