Zeichner in den Ruinen des Palatins, Hubert Robert
Hubert Robert
Zeichner in den Ruinen des Palatins
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Hubert Robert

Zeichner in den Ruinen des Palatins, ca. 1760 – 1765


Blatt
472 x 600 mm
Bild
385 x 497 mm
Material und Technik
Rötel auf geripptem Büttenpapier, auf Karton gezogen
Inventarnummer
16802
Objektnummer
16802 Z
Erwerbung
Erworben 2002 im deutschen Kunsthandel aus Mitteln der Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung zu Ehren von Prof. Dr. Margret Stuffmann für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main; Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V.
Status
Kann im Studiensaal der Graphischen Sammlung vorgelegt werden (besondere Öffnungszeiten)

Texte

Über das Werk

Die »Zeichner in den Ruinen des Palatins«, eine undatierte Zeichnung des Franzosen Hubert Robert, dürfte in den Jahren 1760 bis 1765 in Rom entstanden sein. Ohne in Paris die übliche akademische Ausbildung absolviert zu haben, war er bereits 1754, 21-jährig, in die internationale Kunstmetropole des 18. Jahrhunderts nach Italien gekommen, wo er über zehn Jahre, bis 1765, lebte. Hier befreundete er sich mit J.-H. Fragonard und hier entstanden unter dem Einfluss von Giovanni Paolo Panini (1699–1765) und Giovanni Battista Piranesi (1720–1778) seine Ruinen- und Architekturbilder, welche schon bald die Aufmerksamkeit der antikebegeisterten Sammler des Frühklassizismus fanden. Er fertigte Romveduten, komponierte Capricci, die sowohl der Vorstellungskraft des Künstlers als auch der Realität verpflichtet waren, und verband sie häufig mit geistreichen Genreszenen.

Hubert Robert hinterließ ein umfangreiches zeichnerisches Werk. Herausragende Aquarelle und lavierte Federzeichnungen zählen zum alten Bestand der Graphischen Sammlung. Doch erst vor wenigen Jahren gelang die Erwerbung einer seiner Rötelzeichnungen. Die rote Kreide war das besonders im 18. Jahrhundert und auch von Hubert Robert bevorzugte Zeichenmittel. Mit dem weichen Stift von rötlich brauner Farbgebung gelang es ihm, durch spröde tonige Schraffuren diese vom Einfall des hellen Sonnenlichtes stimmungsvoll durchdrungene Atmosphäre zu schaffen.

Robert beschreibt ein unwegsames, felsiges Gelände vor den Überresten eines historischen Gemäuers mit gewaltigen Rundbogen. Ein entwurzelter Baumstamm wirkt wie eine improvisierte Überbrückung. Er kreuzt eine im Hintergrund aufgestellte Leiter, die hoch hinauf zu dem wuchernden Gestrüpp führt, das kaskadenartig über das Mauerwerk fällt. Die Zeichner, die sich im Vordergrund niedergelassen haben, scheinen ihr Augenmerk gleichermaßen auf Antike und Natur gerichtet zu haben. Diese Situation entspricht dem Zeichenstudium, wie es zu Roberts Zeiten in der römischen Stadtlandschaft und ihrer Umgebung ausgeübt wurde und wie es unter dem derzeitigen Direktor der Académie de France, Charles- Joseph Natoire (1700–1777), von Romstipendiaten ausdrücklich gefordert wurde.

Die Qualität seiner zahlreichen, in Malerei und Zeichnung vollbrachten Ruinenlandschaften brachten dem nach Paris zurückgekehrten Künstler den eigens für ihn geschaffenen Titel »peintre des ruines« ein. Als »Ruinenmaler« wurde Robert 1766 in die königliche Pariser Kunstakademie aufgenommen.

Über die Schenkung

Das Frankfurter Unternehmerehepaar Dr. Kurt und Marga Möllgaard begann nach 1945 moderner Kunst zu sammeln. Ab 1964 schenkten sie Teile ihrer Kollektion an den Städelschen Museums-Verein. Kurt Möllgaard kommentierte sein Tun: „Wir haben damit bewusst eine Tradition fortgesetzt, die auch in besonderem Maße von jenen Frankfurtern gepflegt worden ist, die nach 1933 ihre Heimat verlassen mussten.“ 1987, nach dem Tod seiner Frau und seines Sohnes, gründete Kurt Möllgaard die Kurt und Marga Möllgaard-Stiftung. Sie ermöglichte seither weitere Kunstankäufe, überwiegend für die Graphische Sammlung.

Werkdaten

Basisdaten

Titel
Zeichner in den Ruinen des Palatins
Zeichner
Entstehungsort
Entstehungszeit
Stilrichtung
Objektart
Material und Technik
Rötel auf geripptem Büttenpapier, auf Karton gezogen
Material
Technik
Geografische Einordnung
Entstehungsgrund
Beschriftung zum Zeitpunkt der Entstehung
Bezeichnet unten (auf der Montierung): Ruines du mont palatin
Nachträgliche Beschriftung
Verso auf dem Montagekarton bezeichnet oben links: [?] 1760 // #246 Hubert, Robert 1733 - 1808 // s.c. 246 / "Ruines" 385; unten links: Cons 246 // fen [?] 404 // 458 // 1812 // 86 86; Stempel des Städelschen Kunstinstituts, Frankfurt am Main (Lugt 2356), mit zugehöriger Inventarnummer
Wasserzeichen
  • Nicht geprüft

Eigentum und Erwerbung

Institution
Abteilung
Sammlung
Eigentümer
Städel Museum, Frankfurt am Main, Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V.
Bildrechte
© Städel Museum, Foto: U. Edelmann
Erwerbung
Erworben 2002 im deutschen Kunsthandel aus Mitteln der Marga und Kurt Möllgaard-Stiftung zu Ehren von Prof. Dr. Margret Stuffmann für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main; Eigentum des Städelschen Museums-Vereins e.V.

Werkinhalt

Motive und Bezüge

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Primär
Sekundär

Bezug zu anderen Werken

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  • Motiv
  • Bildelemente
  • Assoziation
  • Stimmung
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18.04.2018