Szene am Ausgang der Kirche, Peter von Cornelius
Peter von Cornelius
Szene am Ausgang der Kirche
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Peter von Cornelius 1783 – 1867

Szene am Ausgang der Kirche, 1811


Maße
377 x 386 mm
Äußere Beschreibung
Feder in Grau und Graubraun (Tinte) auf dünnem Velinpapier
Inventarnummer
336 Z
Erwerbung
Erworben 1836 für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main
Status
Kann im Studiensaal der Graphischen Sammlung vorgelegt werden (besondere Öffnungszeiten)

Texte

Über das Werk

Die Faust-Zeichnungen von Peter Cornelius gehören zu den exemplarischen Beispielen nazarenischer Zeichenkunst. Der Künstler begann den Zyklus 1810 in Frankfurt am Main, zwei Jahre nach der Veröffentlichung der Dichtung, brachte ihn jedoch erst 1816 in Rom zum Abschluss. In großem Format und in Feder ausgeführt waren die insgesamt zwölf Zeichnungen von vornherein als Stichvorlagen für eine Folge von »Bildern zu Goethe’s Faust« vorgesehen. Die von Ferdinand Ruscheweyh in Kupfer gestochenen Kompositionen erschienen in erster Auflage 1816 bei Johann Friedrich Wenner in Frankfurt am Main. Aus dem Nachlass des Verlegers gelangten die Zeichnungen 1836 in die Sammlung des Städel.
Als Cornelius Ende 1811 in Rom eintraf, wo er sich dem Kreis der Nazarener anschloss, konnte er seinen Kollegen bereits Beispiele seiner Faust-Zeichnungen vorlegen. Darunter auch die fünfte Szene am Ausgang der Kirche. In Hinblick auf den zur Vervielfältigung vorgesehenen Kupferstich ist sie mit grauer Feder in feinster Strichführung sorgfältig bis ins kleinste Detail durchgeführt. Der gepflasterte Platz vor der Architektur einer Kirche, für die das Ulmer Münster das Vorbild abgab, bildet die Kulisse für die den Vordergrund beherrschende Szene. Dem vergeblichen Annäherungsversuch des Faust – »Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, meinen Arm zum Geleit Ihr anzutragen?« – enteilt das tugendhafte Gretchen mit den Worten »Bin weder Fräulein, weder schön, kann ungeleitet nach Hause gehn«. Deutlich versucht der Künstler, seine Figuren durch ihre exaltierten Bewegungen sprechen zu lassen.
Cornelius bereitete alle Faust-Zeichnungen in kleineren Bleistiftstudien vor und in Modellzeichnungen, die sich auf die Umrisse der Figuren konzentrieren. Die schließlich kleinteilig strukturierte und zeichnerisch modellierende Gestaltung entwickelte er aus der Tradition Altdeutscher Meister, insbesondere aus der Druckgraphik Dürers. Damit führte Cornelius die akademische Formsprache des Klassizismus fort und deutete sie auf eigenständige Weise um. Goethe, der im Frühjahr 1811 in Weimar die ersten Zeichnungen zu sehen bekam, lobte sie vor allem aufgrund ihrer Einfühlung in eine historische, aus damaliger Sicht mittelalterliche Welt.
Im zeichnerischen Stil, im erzählerischen Charakter der Szenen und in seiner moralisierenden Auffassung der Liebesbeziehung zwischen Faust und Gretchen unterscheidet sich Cornelius grundlegend von seinem französischen Zeitgenossen Delacroix, der das Werk Goethes wenige Jahre später interpretierte.

Werkdaten

Basisdaten

Künstler
Teile
5 / 12
Ort
Zeitraum
Stilrichtung
Objektart
Äußere Beschreibung
Feder in Grau und Graubraun (Tinte) auf dünnem Velinpapier
Technik
Material
Später erfolgte Beschriftung
Verso Stempel des Städelschen Kunstinstituts, Frankfurt am Main (Lugt 2356)
Wasserzeichen
J Whatman 1805

Eigentum und Erwerbung

Institution
Abteilung
Sammlung
Eigentümer
Städel Museum, Frankfurt am Main
Bildrechte
© Städel Museum
Erwerbung
Erworben 1836 für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main

Werkinhalt

Motive und Bezüge

Motivgattung
Motiv
Dargestellte Personen
Assoziierte Personen und Institutionen
Literarische Quelle
Johann Wolfgang von Goethe: Faust

IconClass

Primär
Sekundär
  • 11Q7121 Teile des Außenbaus einer Kirche und Anbauten
  • 25I141 Straße

Bezug zu anderen Werken

  • Alle
  • Assoziation
  • Motiv
  • Stimmung
  • Wirkung

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Letzter Import

23.11.2017