L'Esprit veille, Paul Gauguin
Paul Gauguin
L'Esprit veille
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Dieses Werk ist Teil eines mehrteiligen Werks

Paul Gauguin 1848 – 1903

L'Esprit veille, ca. 1899 – 1900


Maße
638 x 512 mm
Äußere Beschreibung
Blaue Kreide und Aquarell über Bleistift auf dünnem Velinpapier
Inventarnummer
65310V D
Erwerbung
Erworben 1930 für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main
Status
Kann im Studiensaal der Graphischen Sammlung vorgelegt werden (besondere Öffnungszeiten)

Texte

Über das Werk

Wie ein Idol wirkt die weibliche Figur von exotischer Erscheinung, die Paul Gauguin in äußerster Nahsicht und Frontalität darstellt. Im Hintergrund ist ein schlichtes Profil gezeichnet, das im Unterschied zur formulierten Körperlichkeit der Eingeborenen schwebend und imaginär wirkt. Linear stilisiert und hell belassen gleicht es einem geisterhaften Trugbild. Diese Kombination von Natur und Geist, von Sichtbarem und Visionärem, thematisiert Gauguin in anderen Zusammenhängen auch in Gemälden, Druckgraphiken und weiteren Zeichnungen.
»L’Esprit veille« hatte Gauguin im Frühjahr 1900 zusammen mit weiteren Monotypien von Tahiti aus an seinen Kunsthändler Ambroise Vollard nach Paris geschickt. Der Künstler lebte bereits seit 1895 in der Südsee, wohin er nach einem ersten Aufenthalt (1891–1893) zurückgekehrt war. Jenseits der Zivilisation und des regen Kunstlebens der Heimat spiegelt seine Bildwelt die fremde Kultur und ein idealisiertes Leben der Einheimischen. Während Gauguin als Person die aufregende Vorstellung von einem »wilden« Künstler einlöste, fanden seine Monotypien und Gemälde zu seinen Lebzeiten kaum Käufer und erregten eher Unverständnis. Für die kommende Künstlergeneration sollte der Primitivismus, auf den er durch sein außergewöhnliches Werk aufmerksam machte, wegweisend werden.
Das befremdliche Sujet »L’Esprit veille« findet in der Monotypie eine gestalterische Entsprechung. Die experimentellen Möglichkeiten, die das künstlerische Verfahren bietet, sind komplex und vielfach kaum zu rekonstruieren. Für dieses Beispiel hatte Gauguin das Papier von auffallend großem Format zunächst seitenverkehrt auf zwei aneinandergefügte, gänzlich mit schwarzer Farbe bedeckte Bogen gelegt. Über erste Skizzierungen in Bleistift zeichnete er mit einem blauen Kreidestift und Bleistiften unterschiedlichen Härtegrades die Konturen und flächigen Schraffuren. Mit Tusche und vermutlich auch durch den Einsatz von Lösungsmitteln erzielte er malerische Effekte. Diese durch den Druck erzeugte Zeichnung überarbeitete der Künstler schließlich noch direkt geringfügig mit brauner Wasserfarbe.
Die Monotypie, die Gauguin seit 1894 beschäftigte, hatten E. Degas und C. Pissarro schon seit Ende der 1870er Jahre auf allerdings andere Weise angewandt. Als Abklatsch- und wie hier als Durchdruckverfahren steht die Technik zwar der Druckgraphik nahe, doch ist sie aufgrund ihrer Unmittelbarkeit der Zeichnung zuzurechnen. So nannte auch Gauguin, ebenso wie Degas, seine Monotypien stets »dessin«.

Werkdaten

Basisdaten

Künstler
Ort
Zeitraum
Stilrichtung
Objektart
Äußere Beschreibung
Blaue Kreide und Aquarell über Bleistift auf dünnem Velinpapier
Technik
Material
Später erfolgte Beschriftung
Unten links Stempel des Städelschen Kunstinstituts, Frankfurt am Main (Lugt 2356), mit zugehöriger Inventarnummer
Wasserzeichen
Nicht geprüft

Eigentum und Erwerbung

Institution
Abteilung
Sammlung
Eigentümer
Städel Museum, Frankfurt am Main
Bildrechte
© Städel Museum
Erwerbung
Erworben 1930 für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main

Werkinhalt

Motive und Bezüge

Motivgattung
Motiv

IconClass

Primär
  • 61BB11 Porträt einer anonymen historischen Person - BB - Frau
  • 32B35 australische und ozeanische Rassen
  • 31D15 erwachsene Frau
  • 41D9 sich unbekleidet, (fast) nackt zeigen
  • 31AA221 Kopf (als Teil des menschlichen Körpers) - AA - weibliche Figur
Sekundär

Bezug zu anderen Werken

  • Alle
  • Assoziation
  • Motiv
  • Stimmung
  • Wirkung

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Letzter Import

24.01.2018