Hélène Fourment, Peter Paul Rubens
Peter Paul Rubens
Hélène Fourment
Nach oben

Peter Paul Rubens

Hélène Fourment, ca. 1632


Blatt
566 x 320 mm
Material und Technik
Schwarze, weiße und rote Kreide, allseitige Einfassungslinie in Braun, auf starkem geripptem Büttenpapier
Inventarnummer
846
Objektnummer
846 Z
Erwerbung
Erworben 1816 als Stiftung aus der Sammlung Johann Friedrich Städel für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main
Status
Kann im Studiensaal der Graphischen Sammlung vorgelegt werden (besondere Öffnungszeiten)

Texte

Über das Werk

Im Jahr 1630 heiratete Peter Paul Rubens, um diese Zeit der wohl berühmteste und gefragteste Maler Europas, die junge und schöne Antwerpener Kaufmannstochter Hélène Fourment (1614–1673). Rubens’ erste Frau war einige Jahre zuvor gestorben; das Glück seiner zweiten Ehe am Beginn seines letzten Lebensjahrzehnts bewegte ihn zu dem glanzvollen Gemälde des Liebesgartens, heute im Prado in Madrid. Es zeigt glückliche Paare, gesellig vereint in einer arkadischen Umgebung. Rubens selbst führt darin seine junge Frau in den Kreis der Liebenden ein.

Die Kreidezeichnung des Städel Museums ist eine Studie zur Figur der Hélène Fourment im Liebesgarten. Doch liegt die Betonung nicht auf dem Bildnis; Rubens vergegenwärtigte sich hier vielmehr die Ausgewogenheit der zögernd vorwärts schreitenden Gestalt und die stoffliche Wirkung des reich gebauschten Kleides. Seiner zeichnerischen Mittel vollkommen sicher, bildete er dabei nicht suchend ab, sondern ließ mit der frei und zügig geführten Kreide, unter virtuoser Nutzung freigelassener Papierstellen und mit wenigen zusätzlichen Weißhöhungen die Wirkung des kostbaren, lebendig bewegten Stoffes entstehen. Kopf und Gesicht sind mit wenigen zarten Linien umrissen; eine leichte rote Kreideschraffur über dem Gesicht bringt die schüchterne Befangenheit der Geliebten ins Spiel.

Diese souveräne Zeichnung, vielleicht die schönste unter den erhaltenen Studien zum »Liebesgarten «, stammt aus der Sammlung des Stifters des Städelschen Kunstinstituts; er hat sie gegen Ende des 18. oder am Anfang des 19. Jahrhunderts erworben. Sie zeigt exemplarisch, dass Johann Friedrich Städel nicht nur Werke der bedeutendsten Meister zu einer anschaulichen Geschichte der Kunst zusammenzutragen suchte, sondern dass er dabei auch ein genaues Auge für das Besondere und Qualitätvolle bewies.

Über die Schenkung

Im März 1815 vermachte der Frankfurter Kaufmann und Bankier Johann Friedrich Städel sein gesamtes Vermögen und seine Kunstsammlung der nach ihm zu benennenden Stiftung „Städelsches Kunstinstitut“. Den Bürgern der Stadt widmete er seine Stiftung jedoch ideell: Es möge die Frankfurter Bürgerschaft „zieren und ihr nützlich werden“. Auf diese Weise begründete er als erste Bürger im deutschsprachigen Raum ein öffentliches Kunstmuseum – unser heutiges Städel Museum. Seine Sammlung umfasste bei seinem Tod 476 Gemälde, rund 4.600 Zeichnungen, knapp 10.000 Druckgrafiken und wertvolle Bücher.

Werkdaten

Basisdaten

Titel
Hélène Fourment
Zeichner
Entstehungszeit
Stilrichtung
Objektart
Material und Technik
Schwarze, weiße und rote Kreide, allseitige Einfassungslinie in Braun, auf starkem geripptem Büttenpapier
Material
Technik
Geografische Einordnung
Entstehungsgrund
Nachträgliche Beschriftung
Bezeichnet unten rechts (von fremder Hand?, mit der Feder in Braun): P. P. Rubens; Sammlermarke [?, nicht identifizierte Paraphe, nicht bei Lugt]; verso unten links Stempel des Städelschen Kunstinstituts, Frankfurt am Main (Lugt 2356), mit zugehöriger Inventarnummer
Wasserzeichen
  • Elefant
Werkverzeichnis
  • Glück/Haberditzl 1928.56.197
  • Bernhard 1977.404
  • Nicht bei Burchard/D'Hulst
  • Nicht bei Held

Eigentum und Erwerbung

Institution
Abteilung
Sammlung
Eigentümer
Städel Museum, Frankfurt am Main
Bildrechte
© Städel Museum
Erwerbung
Erworben 1816 als Stiftung aus der Sammlung Johann Friedrich Städel für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main

Werkinhalt

Motive und Bezüge

Motivgattung
Motiv
Dargestellte Personen

Iconclass

Primär
Sekundär

Mehr zu entdecken

Kontakt

Haben Sie Anregungen, Fragen oder Informationen zu diesem Werk?

Letzter Import

15.02.2018