Der neue Chor von St. Gertrudis in Bergen op Zoom, Albrecht Dürer
Albrecht Dürer
Der neue Chor von St. Gertrudis in Bergen op Zoom
Nach oben
Dieses Werk besteht aus mehreren Teilen

Albrecht Dürer 1471 – 1528

Der neue Chor von St. Gertrudis in Bergen op Zoom, ca. 1520 – 1521


Maße
Blatt Höhe max: 129 mm
Blatt Breite: 188 mm
Äußere Beschreibung
Silberstift auf grundiertem Büttenpapier
Inventarnummer
15269 Z
Erwerbung
Erworben 1930 für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main
Status
Siehe Einzelteile

Texte

Über das Werk

Die Reise in die Niederlande, die der 50-jährige Albrecht Dürer 1520/21 unternahm, dokumentierte und reflektierte er in einem Tagebuch, in zahlreichen Zeichnungen und einem besonderen Skizzenbuch, in das er ausschließlich mit dem Silberstift zeichnete. Silberstift mag ihm einerseits für die Reise praktisch erschienen sein (man braucht kein Tintenfass wie bei der Feder), andererseits ist dies ein besonders sensibles, nicht leicht zu beherrschendes und in der Wirkung kostbares Zeichenmittel. Nach Äußerungen im Tagebuch zu schließen, hielt er sein Silberstift-Skizzenbuch in ganz besonderen Ehren. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde es später aufgelöst, und die 15 aus ihm erhaltenen Blätter sind heute über verschiedene Sammlungen verstreut. Eines bewahrt die Graphische Sammlung im Städel Museum.
Auf der Vorderseite zeigt es die wuchtig aufragenden Bauteile des erst halb fertig gestellten Chores der Kirche St. Gertrudis in Bergen op Zoom in Holland. Dürer hielt sich im Dezember 1520 einige Tage in dieser Stadt auf, als er von Antwerpen nach Seeland reiste, um dort einen gestrandeten Wal zu besichtigen. Es geht ihm in der Zeichnung nicht um die beschreibende Schilderung einer Baustelle, sondern um die monumentalen Architekturformen, die er in ihrer kubischen Struktur und räumlichen Ordnung mit großer Genauigkeit, aber ohne trocken zu wirken, erfasst. Die feinen, diszipliniert gesetzten Striche des Silberstiftes vermitteln zugleich einen lebendigen Eindruck von den verschiedenartig gemauerten Flächen.
Auf der Rückseite sind zwei Bildnisse nebeneinander gesetzt, die zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden sind. Zum Porträt des Mannes notierte Dürer den Namen »Marx Ulstat«. Es zeigt Markus Ulstett, einen Kaufmann aus Augsburg, den Dürer »auf der See«, d. h. auf der oben erwähnten Schiffsreise nach Seeland »konterfeit« hat. Wochen später, im Februar 1521, setzte er neben diesen Reisegenossen das Bildnis der »schönen Jungfrau von Antwerpen«, der Tochter eines Antwerpener Bekannten, deren Schönheit ihn so beeindruckte, dass er sie noch in weiteren Zeichnungen festhielt. Die junge Frau wirkt durch die größere Proportion, ihren intensiven Blick und die feinere zeichnerische Ausführung neben dem fast beiläufig lebensnahen Markus Ulstett überhöht und idealisiert. Die Nachbarschaft der beiden Köpfe macht diesen Unterschied deutlich. Dürer scheint die Kombination seiner Reiseskizzen sehr bewusst gewählt zu haben und stellte durch sie immer wieder spannungs- und ausdrucksvolle Nachbarschaften her.

Werkdaten

Basisdaten

Künstler
Teile
Marx Ulstat; Die schöne Jungfrau zu Antwerpen
Zeitraum
Stilrichtung
Objektart
Äußere Beschreibung
Silberstift auf grundiertem Büttenpapier
Technik
Material
Beschriftung zum Zeitpunkt der Herstellung
Bezeichnet oben mittig (mit dem Silberstift): Dz ist der new kor zu pergen
Später erfolgte Beschriftung
Verso unten links Stempel der Sammlung Dominique-Vivant Denon, Paris (Lugt 779)
Wasserzeichen
Nicht geprüft
Werkverzeichnis
  • Winkler IV.18.772
  • Strauss IV.1962.1520/33
  • Panofsky 1948.II.141.1494

Eigentum und Erwerbung

Institution
Abteilung
Sammlung
Eigentümer
Städel Museum, Frankfurt am Main
Bildrechte
© Städel Museum
Erwerbung
Erworben 1930 für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main

Werkinhalt

IconClass

Primär
Sekundär

Bezug zu anderen Werken

  • Alle
  • Assoziation
  • Motiv
  • Stimmung
  • Wirkung

Mehr zu entdecken

Kontakt

Haben Sie Anregungen, Fragen oder Informationen zu diesem Werk?

Letzter Import

23.11.2017