Composition, Fernand Léger
Fernand Léger
Composition
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Fernand Léger

Composition, 1920


Blatt
340 x 245 mm
Material und Technik
Gouache und Feder in Schwarz über Bleistift auf Velinpapier (raues Aquarellpapier)
Inventarnummer
SG 3342
Objektnummer
SG 3342 Z
Erwerbung
Erworben 1979
Status
Ausgestellt, Graphische Sammlung Ausstellungshalle

Texte

Über das Werk

Eine ausgewogene bildnerische Ordnung und eine mit Kalkül gewählte, kühle Farbigkeit verleihen der »Komposition« Fernand Légers aus seiner sogenannten »mechanischen« Werkphase (»période mécanique«) der Nachkriegsjahre 1918 bis 1920 ihre eindringliche Geschlossenheit. Überzeugend löst sie ein Gestaltungsprinzip der Kontraste ein, eine aus den Erfahrungen der kubistischen Formzerlegung entwickelte Bildsprache Légers, die dem visuellen Erleben des modernen Menschen entsprechen wollte.

Bereits vor der Zäsur des Ersten Weltkrieges hatte sich der Künstler auf die Verarbeitung der optischen Reize und Erfahrungen der großstädtischen und industriellen Zivilisation konzentriert. Zum Rohmaterial seiner Werke zählten die Typographie der Reklame des Pariser Stadtbildes ebenso wie mechanische Komponenten und architektonische Details. Geradezu puristisch schuf Léger kontrastierende Wechselspiele aus Linien und Flächen, aus runden und rechteckigen Formen, konfrontierte er räumlich mit planimetrisch, und statisch mit dynamisch wirkenden Kräften.

Der hier komponierte Bildraum wird von zahlreichen planen Flächen eingenommen, in Schwarz, in Weiß und in dem zu Teilen dezent gebrochenen, hellen Ocker des Büttenpapiers. Auf den ersten Blick mag er wie ein abstrakt gebautes, regellos dicht gedrängtes Gefüge aus sich überschneidenden, geometrischen Formen wirken. Orientierung bietet die konzentrisch unterteilte, halbe Scheibe mit einer angeschnittenen schwarzen Kreisform im Zentrum, die schräg gestellt auf einem Unterbau Halt findet. Diese objekthafte Flächenfigur beherrscht den Vordergrund des Hochformats und bleibt durch dynamische Linienkomplexe in das Umfeld eingespannt. Einen Weg in den irritierend verschränkten Hintergrund weisen drei schwarze, in sich ruhende Rundformen, während das spielerisch dekorative, linear gestaltete Feld zwischen ihnen an ein gusseisernes Geländer denken lässt und Transparenz suggeriert.

Kontrastierend verbleibt das rechte Drittel des Bildganzen auf einer Ebene. Richtungsweisend betonen dies die beiden untereinander liegenden, gleichschenkligen Dreiecke. Es sind Kompartimente der Lettern »U« und »V« einer Schablonenschrift, die ebenso wie das zuoberst stehende »R« als entlehnte Flächenformen wirken. Die pur belassene, rechte Randzone der Papierfläche ist ebenso unaufdringlich wie augenfällig ein wesentlicher Bestandteil der Komposition.

Mit Blick auf die Kunst aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die in der Graphischen Sammlung im Städel vor allem durch den deutschen Expressionismus vertreten ist, nimmt diese Zeichnung Légers eine wichtige Gegenposition ein.

Werkdaten

Basisdaten

Titel
Composition
Zeichner
Entstehungszeit
Objektart
Material und Technik
Gouache und Feder in Schwarz über Bleistift auf Velinpapier (raues Aquarellpapier)
Material
Technik
Geografische Einordnung
Entstehungsgrund
Beschriftung zum Zeitpunkt der Entstehung
Signiert und datiert unten mittig (mit der Feder in Schwarz): F. LEGER / 20
Nachträgliche Beschriftung
Verso bezeichnet: #39 [?] / 3 1/2 wide / E Arens / Washington square Book s[unleserlich] / 27 W. 8 St.
Wasserzeichen
  • Nicht vorhanden
Werkverzeichnis
  • Cassou/Leymarie 1973.62

Eigentum und Erwerbung

Institution
Abteilung
Sammlung
Creditline
Städel Museum, Frankfurt am Main
Bildrechte
© VG Bild-Kunst, Bonn 2021
Erwerbung
Erworben 1979

Werkinhalt

Motive und Bezüge

Motivgattung
Motiv

Iconclass

Primär
  • 0 abstrakte, ungegenständliche Kunst
  • 49D43 Fläche (Stereometrie)
  • 49D33 Dreieck (in der Planimetrie, Geometrie)
  • 49D36 Kreis (in der Planimetrie, Geometrie)
  • 49D342(RECTANGLE) regelmäßiges Viereck: Rechteck
  • 49D32 Linie (in der Planimetrie, Geometrie)
Sekundär

Forschung und Diskussion

Provenienz

Objektgeschichte
...
Berggruen & Cie., Paris
Verkauf an die Stadt Frankfurt am Main, 1979.

Informationen

Seit 2001 erforscht das Städel Museum systematisch die Herkunft aller Objekte, die während der NS-Zeit erworben wurden bzw. in diesem Zeitraum den Besitzer wechselten oder gewechselt haben könnten. Grundlage für diese Forschung bildet die 1998 auf der „Konferenz über Vermögenswerte aus der Zeit des Holocaust“ in Washington formulierte „Washingtoner Erklärung“ sowie die daran anschließende „Gemeinsame Erklärung“ von 1999.

Die Provenienzangaben basieren auf den zum Zeitpunkt ihrer digitalen Veröffentlichung ausgeforschten Quellen. Sie können sich jedoch durch neue Quellenfunde ändern. Daher wird die Provenienzforschung kontinuierlich durchgeführt und in regelmäßigen Abständen aktualisiert.

Die Provenienzangabe eines Objekts dokumentiert im Idealfall dessen Herkunft vom Zeitpunkt seiner Entstehung bis zu seinem Eingang in die Sammlung. Sie enthält – sofern bekannt – die folgenden Informationen:

  • Art der Erwerbung bzw. Art des Besitzerwechsels
  • Name und Wohnort des Besitzers
  • Datum des Besitzerwechsels

Die aufeinanderfolgenden Besitzvorgänge werden jeweils durch einen Absatz voneinander getrennt.

Lücken in der Überlieferung einer Provenienz werden durch den Platzhalter „ …“ dargestellt. Ungesicherte Informationen sind in eckige Klammern gesetzt.

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an .

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Letzte Aktualisierung

25.11.2021