Beim Brettspiel (La partie de Dames), Édouard Vuillard
Édouard Vuillard
Beim Brettspiel (La partie de Dames)
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Édouard Vuillard

Beim Brettspiel (La partie de Dames), 1902


Maße
68,2 x 58,4 cm
Material und Technik
Öl auf Holz
Inventarnummer
1809
Erwerbung
Erworben 1926 als Schenkung der Mutter Walther Rathenaus zum Andenken an ihren Sohn
Status
Ausgestellt, 1. Obergeschoss, Kunst der Moderne

Texte

Über das Werk

Alles ist in Bewegung. Lediglich die beiden Brettspieler im Hintergrund des Raumes bilden einen ruhigen Pol in dem bewegten Ambiente. Sie wirken allerdings seltsam unkörperlich und fast leblos im Gegensatz zu den Dingen in ihrer Umgebung. Das auf den ersten Blick idyllische Interieur entwickelt unterschwellig etwas Bedrohliches: Die Farbe der Gegenstände reicht über deren Grenzen hinaus, der Boden wellt sich, die Wände greifen nach innen, die Stühle entfalten ein Eigenleben. Für Vuillard war die von den eigenen vier Wänden ausgehende Bedrohung ein zentrales Thema seiner Kunst.

Über die Erwerbung

Die aus einer wohlhabenden Frankfurter Bankiersfamilie stammende Mathilde Rathenau (1845–1926) geb. Nachmann, teilte dem Städel 1924 mit, dass sie eine Reihe von Gemälden aus dem Besitz ihres Sohnes, Wather Rathenau (1867–1922), zu seinem Andenken als Geschenk an das Museum geben wolle. Der damalige Außenminister Walther Rathenau war am 24. Juni 1922 einem Attentat der Organisation Consul in Berlin-Grunewald zum Opfer gefallen. Als Sohn des jüdischen Industriellen, des späteren AEG-Gründers, Emil Rathenau und dessen Frau Mathilde war er 1869 in Berlin geboren worden. Er studierte dort und in Straßburg Philosophie, Physik und Chemie. Der Industrielle, Schriftsteller und Mitbegründer der Deutsch Demokratischen Partei wurde am 31. Januar 1922 zum Außenminister ernannt. Die Schenkung wurde erst nach dem Tod seiner Mutter Mathilde, im Jahre 1926, vollzogen. Unter den Gemälden befand sich neben Werken von Fernand Khnopff, Max Liebermann und diesem Werk von Edouard Vuillard ein Selbstbildnis von Walther Rathenau, welches 1937 als „Entartete Kunst“ beschlagnahmt wurde.

Werkdaten

Basisdaten

Titel
Beim Brettspiel (La partie de Dames)
Maler
Entstehungszeit
Objektart
Material und Technik
Öl auf Holz
Material
Technik
Beschriftung zum Zeitpunkt der Entstehung
Signiert unten links, ca. 10 cm vom unteren und 12 cm vom linken Rand entfernt: EVuillard

Eigentum und Erwerbung

Institution
Abteilung
Sammlung
Creditline
Städel Museum, Frankfurt am Main
Bildrechte
CC BY-SA 4.0 Städel Museum, Frankfurt am Main
Erwerbung
Erworben 1926 als Schenkung der Mutter Walther Rathenaus zum Andenken an ihren Sohn

Werkinhalt

Motive und Bezüge

Motivgattung
Motiv

Iconclass

Primär
  • 31AA235(+3) sitzende Figur - AA - weibliche Figur (+Seitenansicht, Profil)
  • 31A235(+3) sitzende Figur (+Seitenansicht, Profil)
  • 43C523(+1) Dame (Spiel) (+Sportler, Spieler etc.)
  • 46A13 Bürger(liche)
  • 41A221 Wohnzimmer, Besuchszimmer
Sekundär

Forschung und Diskussion

Provenienz

Objektgeschichte
...
Walther Rathenau (1867-1922), Berlin
Nachlass Walther Rathenau, Berlin, 1922
Vermächtnis Mathilde Rathenau-Nachmann (1845-1926), Berlin zum Andenken an ihren Sohn Walther Rathenau (1867-1922) an das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main, 1926.

Informationen

Seit 2001 erforscht das Städel Museum systematisch die Herkunft aller Objekte, die während der NS-Zeit erworben wurden bzw. in diesem Zeitraum den Besitzer wechselten oder gewechselt haben könnten. Grundlage für diese Forschung bildet die 1998 auf der „Konferenz über Vermögenswerte aus der Zeit des Holocaust“ in Washington formulierte „Washingtoner Erklärung“ sowie die daran anschließende „Gemeinsame Erklärung“ von 1999.

Die Provenienzangaben basieren auf den zum Zeitpunkt ihrer digitalen Veröffentlichung ausgeforschten Quellen. Sie können sich jedoch durch neue Quellenfunde ändern. Daher wird die Provenienzforschung kontinuierlich durchgeführt und in regelmäßigen Abständen aktualisiert.

Die Provenienzangabe eines Objekts dokumentiert im Idealfall dessen Herkunft vom Zeitpunkt seiner Entstehung bis zu seinem Eingang in die Sammlung. Sie enthält – sofern bekannt – die folgenden Informationen:

  • Art der Erwerbung bzw. Art des Besitzerwechsels
  • Name und Wohnort des Besitzers
  • Datum des Besitzerwechsels

Die aufeinanderfolgenden Besitzvorgänge werden jeweils durch einen Absatz voneinander getrennt.

Lücken in der Überlieferung einer Provenienz werden durch den Platzhalter „ …“ dargestellt. Ungesicherte Informationen sind in eckige Klammern gesetzt.

Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich bitte an .

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Letzte Aktualisierung

22.10.2020