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Otto Piene

Maler, Grafiker, Zeichner, Environmentkünstler, Installationskünstler, Lichtkünstler, Bildhauer, Keramiker, Kunsterzieher, Kunsttheoretiker und Hochschullehrer

Geboren
1928 in Bad Laasphe
Gestorben
2014 in Berlin

Ein Werk von Otto Piene

Biografie

Otto Piene wird 1944 im Alter von 16 Jahren zum Flakhelfer verpflichtet, 1945/46 ist er in britischer Kriegsgefangenschaft. 1947 macht Piene das Abitur und geht 1948 nach München, wo er zuerst an der Blocherer Schule und später an der Akademie der Bildenden Künste studiert. 1950 setzt er sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf fort und schließt 1953 ein Studium der Philosophie an der Universität zu Köln an. Ab 1951 unterrichtet Piene an der Modeschule Düsseldorf, wo er von 1959 an stellvertretender Direktor ist. Im gleichen Jahr hat er seine erste Einzelausstellung in der Galerie Schmela in Düsseldorf und nimmt an der „documenta 2“ teil. Gemeinsam mit Heinz Mack organisiert Piene zwischen 1957 und 1960 eine Ausstellungsreihe, die sogenannten „Abendausstellungen“, im eigenen Atelier in der Gladbacher Straße 69 in Düsseldorf. Ab 1958 verwenden Mack und Piene für ihre Veranstaltungen sowie als Titel für die drei Ausgaben ihrer in Düsseldorf publizierten Zeitschrift den Begriff „ZERO“. Ab 1961 nimmt auch Günther Uecker regelmäßig an den Ausstellungen und Aktionen von ZERO teil. Die drei Künstler sind in der Zeit von 1962 bis 1966 international in zahlreichen Ausstellungen vertreten, darunter im Stedelijk Museum in Amsterdam (1962), dem Museum Haus Lange in Krefeld (1963), dem Gemeentemuseum Den Haag (1964), der Howard Wise Gallery in New York (1964), der Kestnergesellschaft in Hannover (1965), den Städtischen Kunstsammlungen Bonn (1966) und dem Stedelijk Van Abbemuseum in Eindhoven (1966). 1964 sind die ZERO-Künstler auf der „documenta 3“ und 1970 auf der „35. Biennale von Venedig“ vertreten. Einzelschauen zum Werk Pienes finden unter anderem statt in: Galerie Ad Libitum, Antwerpen (1961), Städtisches Museum Leverkusen Schloss Morsbroich (1962), Howard Wise Gallery, New York (1965), Museum am Ostwall, Dortmund (1967), Honolulu Academy of Arts, Honolulu, Hawaii (1970), Kölnischer Kunstverein, Köln (1973), Städtische Galerie und Kunstverein Erlangen (1974), Massachusetts Institute of Technology, Cambridge (1975), Fine Arts Center Art Gallery, New York (1980), Kunstmuseum Düsseldorf im Ehrenhof (1996), Stadtgalerie Prag (2002), Museum am Ostwall, Dortmund (2008/09), ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe (2013), Neue Nationalgalerie, Berlin (2014) und LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster (2015). Darüber hinaus ist Piene in zahlreichen Gruppenausstellungen vertreten, darunter „Westkunst. Zeitgenössische Kunst seit 1939“, Rheinhallen, Köln (1981), „German Art in the 20th Century Painting and Sculpture 1905–1985“, Royal Academy of Arts, London (1985), Biennale von São Paulo (1985), „1954–1985. Kunst in der Bundesrepublik Deutschland “, Neue Nationalgalerie, Berlin (1985/86), „Stationen der Moderne. Die bedeutenden Kunstausstellungen des 20. Jahrhunderts in Deutschland“, Martin-Gropius-Bau, Berlin (1988/89), „World Artists at the Millenium“, Vereinte Nationen, New York (1999), „Berlin – Moskau/Moskau – Berlin“, Martin-Gropius-Bau, Berlin/Tretjakow-Galerie, Staatliches Historisches Museum, Moskau (2003/04), „Exit. Ausstieg aus dem Bild“, ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe (2005), „Ghosts in the Machine“, New Museum, New York (2012) und „ZERO. Let Us Explore the Stars“, Stedelijk Museum, Amsterdam (2015). Das erste sogenannte „Sky Event“ veranstaltet Piene 1968 als „Light Line Experiment“ über dem Briggs Athletics Field des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Ab 1969 verwendet er die Werkbezeichnung „Sky Art“. Von 1968 bis 1971 ist er Resident Fellow des MIT Center for Advanced Visual Studies (CAVS) und wird nach einem einjährigen Lehrauftrag als Visiting Professor für Environmental Art an der Architekturfakultät des MIT 1974 Direktor des CAVS. 1977 nimmt er mit dem MIT-Projekt „Centerbeam“ an der „documenta 6“ teil. 1987/88 organisiert er gemeinsam mit Mel Alexenberg für das Yeshiva University Museum in New York die Ausstellung „LightsOROT“. 1993/94 wird Piene als Professor am MIT und Direktor des CAVS emeritiert. Für seine künstlerische Arbeit wird er vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Bundesverdienstkreuz (1986), der Ehrendoktorwürde der University of Maryland (1994), dem Sculpture Prize der American Academy of Arts and Letters (1996) und dem Max Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt (2013).

Im Gespräch mit Otto Piene

Personen, die mit Otto Piene in Verbindung stehen

Gruppen und Institutionen, zu denen Otto Piene gehört