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Meister der Darmstädter Passion

Maler

Biografie

Unter diesem Notnamen stellte Henry Thode im Jahr 1900 zwei in Darmstadt aufbewahrte Altarflügel und ein weiteres, in Berlin befindliches Flügelpaar zum Oeuvre eines Künstlers zusammen, der um die Mitte des 15. Jahrhunderts am Mittelrhein tätig gewesen sei und damit gewissermaßen das regionale Gegenstück zu Künstlern wie Stefan Lochner oder Konrad Witz darstelle. Zuwachs erfuhr das Werk zunächst durch eine in Bad Orb befindliche, 1983 verbrannte Kreuzigungstafel, die vermutlich als Mitteltafel zu den Berliner Flügeln gehörte, sowie fünf Einzelbilder des nach dem mutmaßlichen Herkunftsort benannten „Baindter Altars" und zwei Tafeln mit Brustbildern Davids und Johannes des Täufers. In jüngerer Zeit konnten der Gruppe neben dem Frankfurter Bild auch die Flügel des um 1480 errichteten Hochaltars der Wallfahrtskirche in Klausen an der Mosel sowie die Titelminiatur einer 1479 gleichfalls für Klausen gefertigten Augustinus-Handschrift zugeordnet werden. Aufgrund dieser Zuschreibungen wie auch einer genaueren Bestimmung der verarbeiteten niederländischen Vorbilder ergab sich, dass die gesamte Werkgruppe wahrscheinlich später als zunächst angenommen, nämlich im dritten Viertel des 15. Jahrhunderts entstanden ist. Darüber hinaus waren sicherlich mehrere Maler daran beteiligt, wobei jedoch eine Aufspaltung in Meister und Gesellen im Einzelnen kaum möglich ist. Insbesondere die namengebenden Darmstädter Passionsszenen weichen stilistisch am stärksten von der übrigen Gruppe ab, so dass kürzlich eine Aufteilung in zwei Werkstätten, deren eine jedoch aus der anderen hervorging, erwogen wurde.

Ein Werk von Meister der Darmstädter Passion