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Louis de Boullogne d. J.

Maler, Historienmaler, Porträtmaler, Hochschullehrer, Rektor und Akademiedirektor

Geboren
1654 in Paris
Gestorben
1733 in Paris

Biografie

L. de Boullogne entstammt einer Künstlerfamilie, deren einflussreichste Mitglieder neben ihm sein Vater Louis d. Ä. und sein Bruder Bon waren. Naturgemäß erhielt er die erste Ausbildung in der Werkstatt seines Vaters, zog aber durch frühe Erfolge die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich. 1675 ging er nach Italien, wo - seiner Generation entsprechend - den Fresken Raphaels im Vatikan und der römischen Barockmalerei sein Hauptinteresse galt. Wie schon mehrere seiner Zeitgenossen, führte auch ihn sein Rückweg über Venedig zum direkten Studium des venezianischen Kolorits.

In Paris begann seine erfolgreiche Laufbahn an der Akademie, die mit der Position des „Directeur“ 1722 ihren abschließenden Höhepunkt fand. Aufträge des Königs sowie die Beteiligung an allen größeren künstlerischen Unternehmungen in Paris bezeugen Boullognes führende Stellung als Maler, die sich schließlich in der Ernennung zum „Premier Peintre du Roi“ 1725 festigte.

Seine sorgfältige Gemäldevorbereitung ließ ein umfangreiches Œuvre an Zeichnungen entstehen, das eine unverkennbar eigene Handschrift und Umgang mit der Technik aufweist. Anders als La Fosse und Coypel arbeitete Boullogne nicht in der farbig effektvollen „trois-crayon“-Manier, sondern bevorzugte schwarze und weiße Kreide auf blauem oder grauem Papier, die er in seinem lockeren und differenzierten Duktus zum Einsatz brachte. Die Wirkung seiner Zeichnungen beruht daher weitgehend auf einer spezifischen, silbern schimmernden Tonigkeit.

Bis heute fehlt eine umfassende wissenschaftliche Arbeit über diesen Maler. Neben einer älteren Abhandlung über die Künstlerfamilie von Caix de Saint-Aymour, Les Boullogne, Paris 1919, gibt es lediglich Aufsätze zu Einzelproblemen.

Ein Werk von Louis de Boullogne d. J.

Personen, die mit Louis de Boullogne d. J. in Verbindung stehen