Madonnenstudie, Parmigianino
Parmigianino
Madonnenstudie
Nach oben
Verwandte Werke

Vorlage

Raffael, Madonna di Foligno, 1512-1513, Tempera auf Holz (übertragen auf Leinwand), 308 x 198 cm. Rom, Città del Vaticano, Musei Vaticani, Pinacoteca Vaticana, Inv. Nr. 40329

Ausführung

Parmigianino, Madonna mit Johannes dem Täufer und dem heiligen Hieronymus, 1526/1527, Öl auf Pappelholz, 342,9 x 148,6 cm. London, National Gallery, Inv. Nr. NG33

Parmigianino

Madonnenstudie, ca. 1526 – 1530


Blatt
275 x 196 mm
Material und Technik
Pinsel in Braun über schwarzer Kreide, hellbraun laviert, auf Büttenpapier
Inventarnummer
4255
Objektnummer
4255 Z
Erwerbung
Erworben 1816 als Stiftung aus der Sammlung Johann Friedrich Städel für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main
Status
Kann im Studiensaal der Graphischen Sammlung vorgelegt werden (besondere Öffnungszeiten)

Texte

Über das Werk

Die »Madonnenstudie« stammt aus der Sammlung des Institutstifters Johann Friedrich Städel (1728–1816), der mehrere Zeichnungen Parmigianinos besaß. Der italienische Maler, den Giorgio Vasari, der Künstlerbiograph der italienischen Renaissance, als den »Erben der Seele Raffaels« bezeichnet hat, genoss im 18. Jahrhundert eine hohe Wertschätzung. Das mag mit einer gewissen Nähe seiner manieristisch eleganten Kunst zur Leichtigkeit des Rokoko zusammenhängen, sicher aber auch mit der schon immer gerühmten Virtuosität Parmigianinos als Zeichner. Das feinnervige Medium der Zeichnung spielte in der Epoche von Aufklärung und Empfindsamkeit eine besondere Rolle.

In der Pinselzeichnung, die sich an einer leichten Skizze in schwarzer Kreide orientiert, setzte Parmigianino sich mit dem Vorbild Raffaels auseinander. Seine von ihrem Wolkenthron herabblickende Madonna, die das stehende Kind leicht im Arm hält, geht von Raffaels gleichfalls auf Wolken schwebender »Madonna di Foligno« (um 1511/12) aus. Die feste, ausgewogene Körperlichkeit, das ruhige Sitzen, wird in Parmigianinos Zeichnung zu einem in die Höhe strebenden Schweben umgewandelt. Die elegante Leichtigkeit wird durch die Zeichentechnik unterstrichen, die feine, transparent mit dem Pinsel angelegte Passagen zum hellen Ton des Papiers in Bezug setzt und aus dem Kontrast heraus wirksam ist. Es ist wahrscheinlich, dass dieses Blatt eine verhältnismäßig frühe Überlegung für eines der Hauptwerke Parmigianinos ist, die »Madonna mit Johannes dem Täufer und dem heiligen Hieronymus« von 1526/27 in der National Gallery in London, doch könnte es auch etwas später entstanden sein, nachdem der Künstler durch die Plünderung Roms 1527 gezwungen war, nach Bologna überzusiedeln.

Über die Schenkung

Im März 1815 vermachte der Frankfurter Kaufmann und Bankier Johann Friedrich Städel sein gesamtes Vermögen und seine Kunstsammlung der nach ihm zu benennenden Stiftung „Städelsches Kunstinstitut“. Den Bürgern der Stadt widmete er seine Stiftung jedoch ideell: Es möge die Frankfurter Bürgerschaft „zieren und ihr nützlich werden“. Auf diese Weise begründete er als erste Bürger im deutschsprachigen Raum ein öffentliches Kunstmuseum – unser heutiges Städel Museum. Seine Sammlung umfasste bei seinem Tod 476 Gemälde, rund 4.600 Zeichnungen, knapp 10.000 Druckgrafiken und wertvolle Bücher.

Werkdaten

Basisdaten

Titel
Madonnenstudie
Zeichner
Entstehungszeit
Stilrichtung
Objektart
Material und Technik
Pinsel in Braun über schwarzer Kreide, hellbraun laviert, auf Büttenpapier
Material
Technik
Geografische Einordnung
Entstehungsgrund
Beschriftung zum Zeitpunkt der Entstehung
Signiert unten rechts (mit der Feder in Braun): f parmesianno
Nachträgliche Beschriftung
Verso bezeichnet (mit Bleistift): Ec. venitienne
Verso Marke des Kunsthändlers Guillaume-Jean Constantin, Paris (Lugt 3000), mit eingestempelter Nummer 24; Stempel des Städelschen Kunstinstituts, Frankfurt am Main (Lugt 2356), mit zugehöriger Inventarnummer
Wasserzeichen
Werkverzeichnis
  • Gnann 2007.I.438.559
  • Popham 1971.I.80.142

Eigentum und Erwerbung

Institution
Abteilung
Sammlung
Eigentümer
Städel Museum, Frankfurt am Main
Bildrechte
© Städel Museum, Foto: U. Edelmann
Erwerbung
Erworben 1816 als Stiftung aus der Sammlung Johann Friedrich Städel für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main

Werkinhalt

Motive und Bezüge

Motivgattung
Motiv
Dargestellte Personen
Assoziierte Personen und Institutionen

Iconclass

Primär
  • 11F5 Madonna (d.h. Maria mit Kind) in der Luft, oder auf Wolken
  • 11F4221 Maria sitzt oder thront, das Christuskind steht auf ihrem Knie
  • 31B6212 nach unten schauen
Sekundär
  • 26A31 Stratocumulus, Haufenschichtwolke

Bezug zu anderen Werken

  • Alle
  • Motiv
  • Bildelemente
  • Assoziation
  • Stimmung
  • Wirkung
Gemeinsame Schlagworte einblenden Gemeinsame Schlagworte verbergen

Tippen Sie auf ein Werk, um gemeinsame Schlagworte anzuzeigen.

Fahren Sie mit der Maus über ein Werk, um gemeinsame Schlagworte anzuzeigen.

Mehr zu entdecken

Kontakt

Haben Sie Anregungen, Fragen oder Informationen zu diesem Werk?

Letzter Import

05.11.2018