Heilige Barbara, Nürnberger Meister um 1410/20
Nürnberger Meister um 1410/20
Heilige Barbara
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Nürnberger Meister um 1410/20

Heilige Barbara, ca. 1410 – 1420


Blatt
184 x 90 mm
Material und Technik
Feder in Schwarz, am unteren Rand einige Strichproben mit der Feder in Schwarz, auf geripptem Büttenpapier
Inventarnummer
623
Objektnummer
623 Z
Erwerbung
Erworben 1841 für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main
Status
Kann im Studiensaal der Graphischen Sammlung vorgelegt werden (besondere Öffnungszeiten)

Texte

Über das Werk

Das kleine Blatt mit der Federzeichnung einer heiligen Barbara ist im zweiten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts und mit großer Wahrscheinlichkeit in Nürnberg entstanden. Damit zählt es zu den Beispielen aus der frühesten Zeit des Zeichnens auf Papier. Mit dem S-Schwung der zierlichen Figur, den voluminösen Schüsselfalten, dem reich fließenden Gewand, das unten in einer sockelartigen Standfläche abschließt, zeigt es sich als ein Werk des »internationalen Schönen Stils«, jener formelhaft stilisierten lieblichen Formgebung, die um 1400 in ganz Europa Verbreitung gefunden hat. Die heilige Barbara zählt zu den »Vierzehn Nothelfern« – Heiligen, die in allerlei Notlagen angerufen werden konnten – und wurde daher besonders verehrt.

Der Zeichner, der eine erkennbare Vorliebe für eine kunstvoll ondulierende, kalligraphische Linienführung besaß, hat die Figur der Heiligen mit einem festen Kontur umgeben und die Gewandfalten mit parallel geführten Federstrichen plastisch herausgearbeitet. Dennoch bleibt die Gestalt flächenbezogen, ihr Körper tritt weder als Volumen noch als ausbalancierter Organismus in Erscheinung; den schweren Turm, das Attribut, an dem die Heilige zu erkennen ist und das hier austauschbar wirkt, müsste sie eigentlich auf der anderen, der herausgeschobenen Hüfte tragen. Unstimmigkeiten wie die hinter der linken Hand »schwebende« Märtyrerpalme und auch die fast scherenschnittartige Isolierung der Figur deuten darauf hin, dass dieses flüssig gezeichnete Werk als Kopie – vielleicht nach einem Gemälde – entstanden ist. Zu den wichtigsten frühen Funktionen von Zeichnung gehört der »Transport« von Formen und ihr Aufbewahren im Vorlagenvorrat einer spätmittelalterlichen Künstlerwerkstatt.

Werkdaten

Basisdaten

Titel
Heilige Barbara
Zeichner
Entstehungsort
Entstehungszeit
Stilrichtung
Objektart
Material und Technik
Feder in Schwarz, am unteren Rand einige Strichproben mit der Feder in Schwarz, auf geripptem Büttenpapier
Material
Technik
Geografische Einordnung
Entstehungsgrund
Nachträgliche Beschriftung
Verso Stempel des Städelschen Kunstinstituts, Frankfurt am Main (Lugt 2356), mit zugehöriger Inventarnummer; bezeichnet unten mittig (mit Bleistift): Art der Kölner Schule / Ende des 14" Jahrh
Wasserzeichen
  • Nicht geprüft

Eigentum und Erwerbung

Institution
Abteilung
Sammlung
Eigentümer
Städel Museum, Frankfurt am Main
Bildrechte
© Städel Museum
Erwerbung
Erworben 1841 für das Städelsche Kunstinstitut, Frankfurt am Main

Werkinhalt

Motive und Bezüge

Motivgattung
Motiv
Dargestellte Personen
Assoziierte Personen und Institutionen
Assoziierte Quelle
  • Die Legenda aurea des Jacobus de Voragine, übersetzt von Richard Benz, Heidelberg 1984

Iconclass

Primär
  • 11HH(BARBARA) Barbara, jungfräuliche Märtyrerin; mögliche Attribute: Buch, Kanone(nkugel), Krone, Kreuz, Kelch mit Hostie, Dioscuros (ihr Vater), Pfauenfeder, Schwert, Fackeln, Steinmetzwerkzeuge, Turm

Bezug zu anderen Werken

  • Alle
  • Motiv
  • Bildelemente
  • Assoziation
  • Stimmung
  • Wirkung
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Letzter Import

18.04.2018