Nach oben

Jan Miense Molenaer

Maler, Radierer, Grafiker, Zeichner, Stilllebenmaler und Genremaler

Geboren
1610 / 1611 in Haarlem
Gestorben
1668 in Haarlem

Biografie

1610 wurde Jan Miense Molenaer als ältester Sohn des Schneiders Jan Mientsen und seiner zweiten Frau Grietge Adriaensdr geboren. Sein Geburtsdatum lässt sich nur durch ein 1637 datiertes Dokument erschließen, in dem sein Alter mit 27 Jahren angegeben ist. Als sein Lehrmeister wird immer wieder Frans Hals genannt, obgleich der Einfluss durch dessen Bruder Dirck bedeutender ist. Das früheste datierte Gemälde stammt aus dem Jahr 1629, und im Jahr 1634 wird sein erster Beitrag für die Haarlemer St. Lukasgilde verzeichnet. Im Auftrag entstandene Gemälde belegen zudem, dass Molenaer bereits zu diesem Zeitpunkt über ein gewisses Ansehen verfügte. Die Hochzeit mit Judith Leyster fand am 1. Juni 1636 in Heemstede statt. Abgesehen von den Geldnöten, denn anscheinend hatte Molenaer von seinem Vater einige Schulden übernommen, könnte auch eine in Haarlem herrschende Pestepidemie das Paar bewogen haben, noch im selben Jahr nach Amsterdam zu ziehen. Dort fand das Ehepaar bald Anklang bei den Kunstinteressierten, denn bereits im folgenden Jahr erhielt Jan Miense den Auftrag, ein Gruppenportrait für die Patrizierfamilie Van Loon zu malen. Bis 1648 lebte die Familie in Amsterdam, wo sich Molenaer als Maler von bäuerlichen Szenen etablierte. Offenbar erholten sich in dieser Zeit die finanziellen Verhältnisse, denn im Herbst desselben Jahres erwarben sie ein Gehöft in Heemstede. Dennoch lebte Molenaer in den folgenden Jahren wieder in Haarlem. 1653 erklärte Molenaer die Eigenhändigkeit eines von ihm gemalten Werkes. Offenbar arbeitete er mit seiner Frau und anderen Familienmitgliedern, die gleichfalls den Malerberuf aufnahmen, in einer Art Familienbetrieb. Da seine Gemälde bereits zu dieser Zeit häufig kopiert wurden, betonte Molenaer die Authentizität auch als Qualitätsmerkmal. Für den wachsenden Wohlstand der Familie sprechen der Erwerb eines Hauses 1655 in Amsterdam, das ab 1658 vermietet wurde, und wenig später eines weiteren in Haarlem, so dass zum Verkauf der Bilder Nebeneinkünfte hinzukamen. Am 6. November 1659 setzte Molenaer gemeinsam mit seiner Frau, die drei Monate später starb, ein Testament auf. 1663 zog er mit den beiden Kindern Helena und Constantijn endgültig nach Haarlem um. Dort wurde Jan Miense Molenaer am 19. September 1668 in der Grote Kerk beigesetzt. Er hinterließ eine große Gemäldesammlung. Die Abwicklung des umfangreichen Nachlasses dauerte noch bis 1677. Jan Miense Molenaer schuf vorwiegend Genrebilder. Auch seine Historiengemälde verraten in ihren narrativen Details den Genremaler. Für die Portraits, häufig Gruppenbildnisse mit genrehaften Zügen, war das Werk von Thomas de Keyser vorbildlich. In den 1640er Jahren konzentrierte sich Molenaer auf bäuerliche Themen, in denen er auch Impulse durch Adriaen van Ostade verarbeitete. Einige Zeichnungen mit dörflichen Szenen stammen aus den 1650er Jahren, außerdem werden ihm einige Stiche zugeschrieben.

Ein Werk von Jan Miense Molenaer

Personen, die mit Jan Miense Molenaer in Verbindung stehen