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Gentile da Fabriano

Maler

Geboren
ca. 1375 in Fabriano
Gestorben
1427 in Rom

Biografie

Gentile da Fabriano wurde um 1370, spätestens aber 1385, in Fabriano in den Marken geboren. Obwohl Vater, Großvater und Onkel in den Urkunden städtischer und religiöser Institutionen der Stadt wiederholt genannt werden, ist über Gentiles Jugend und künstlerische Ausbildung nichts Näheres bekannt. Erstmals erwähnt wird er am 27. Juli 1408 im Zusammenhang mit der Zahlung für ein nicht erhaltenes Bild, das er für einen Auftraggeber in Venedig malen sollte. Im selben Jaht ist Gentile in der Lagunenstadt bezeugt, wo er Mitglied der Scuola di S. Cristoforo dei Mercanti wurde. Die Begegnung mit dem lombardischen Maler und Illuminator Michelino da Besozzo, der sich 1410 in Venedig aufhielt, dürfte Gentiles Kunst nachhaltig beeinflusst haben. Zumindest zeigen seine erhaltenen Werke durchwegs die Gestaltungsweise der „Internationalen Gotik", die höchste ornamentale Verfeinerung mit stupender Naturbeobachtung sowie narrativer Raffinesse verbindet.

Zwischen 1409 und 1411 arbeitete der Maler, u. a. mit Pisanello, Jacobello da Fiore und Michèle Gîambono, an der im Jahre 1557 zerstörten Ausmalung der Sala del Maggior Consiglio im Dogenpalast, eine Arbeit, die ihm offenkundig größten Erfolg und - nach Auskunft von Quellen des 16. und 17. Jahrhunderts - weitere Aufträge für venezianische Kirchen verschaffte. Seit Januar 1414 hielt er sich in Brescia auf, wo er bis 1419 die bis auf geringe Reste verlorenen Fresken in der Kapelle des Broletto, des alten Kommunalpalastes, im Auftrag des Stadtherrn, Pandolfo Malatesta, schuf. Ferner lieferte er im November 1418 ein Gemälde an Pandolfo, das als Geschenk für den auf der Durchreise von Konstanz nach Rom in Mantua weilenden Papst Martin V. bestimmt war. Im September 1419 verließ Gentile, ausgestattet mit einem Geleitbrief, Brescia, um sich dem Papst in Florenz anzuschließen. Im März 1420 hielt er sich indes in seiner Geburtsstadt auf, wo er um Steuerbefreiung nachsuchte und zugleich seine Absicht bekundete, in Fabriano bis zu seinem Lebensende zu bleiben. Doch da er zwischen dem 6. August und dem 24. Oktober 1420 die Jahresmiete für ein Haus in Florenz entrichtete, mag er sich schon vor seinem Fabriano-Besuch in der Arno-Stadt niedergelassen haben. Im November 1420 wurde Gentile Mitglied der Florentiner Malerzunft, und im Mai 1425 signierte er sein frühestes erhaltenes Gemälde, die Anbetung der Könige, heute in den Florentiner Uffizien, die im Auftrag von Palla Strozzi für die Sakristei von S. Trinita entstand. Im Mai 1425 vollendete Gentile für die Familie Quaratesi den Hochaltar für S. Niccolò sopr'Arno, dessen erhaltene Teile heute zwischen der Royal Collection, den Uffizien und der National Gallery of Art in Washington aufgeteilt sind. Während seines Aufenthalts in Florenz, der offenkundig sehr produktiv war, sind zwei Gehilfen dokumentiert, von denen einer vielleicht der junge Jacopo Bellini war.

Vom 22. Juni bis September 1425 mietete Gentile ein Haus in Siena. Anlass war der Auftrag der Zunft der Notare, für ihren Amtssitz ein (heute verlorenes) Polyptychon zu malen. Während er in Siena tätig war, reiste der Maler im August 1425 vorübergehend nach Orvieto, um das noch in situ im Seitenschiff des Doms erhaltene Fresko der Madonna mit Kind auszuführen. Er kehrte anschließend nach Siena zurück. Vom 28. Januar bis zum 2. August 1427 ist Gentile schließlich in Rom im Dienst Martins V. urkundlich fassbar, wo er - wiederum verlorene - Fresken in S. Giovanni in Laterano ausführte. Vielleicht schon im August, zumindest aber vor dem 14. Oktober 1427 muss der Künstler in Rom gestorben sein.

Ein Werk von Gentile da Fabriano

Personen, die mit Gentile da Fabriano in Verbindung stehen