Nach oben

Sébastien Bourdon

Maler, Zeichner, Grafiker und Kunsttheoretiker

Geboren
1616 in Montpellier
Gestorben
1671 in Paris
Stilrichtung
Barock

Biografie

Das Leben dieses Künstlers ist in seinem Verlauf genauso vielgestaltig wie Thematik und Stil seines umfangreichen Werks. Aus Südfrankreich gebürtig, gelangte Bourdon über Paris und Bordeaux um 1634 nach Rom. Anstatt sich dort als Franzose dem Kreis um Poussin anzuschließen, erregte er durch geschickte Nachahmungen ganz verschiedener Künstler wie Claude Lorrain, Benedetto Castiglione oder der „Bamboccianti“ Aufmerksamkeit. Seine möglicherweise aus Glaubensgründen beschleunigte Rückkehr nach Frankreich führte über Venedig und Oberitalien. Die dort vermittelten künstlerischen Eindrücke, der venezianische Kolorismus und der Figurenstil der emilianischen Maler - Corregio, Carracci-, bereiteten ihn weiter auf seine späteren Aufgaben vor.

Ende der 30er Jahre wieder in Paris und von Simon Vouet gefördert, fasste Bourdon Fuß. 1643 malte er das Mai-Bild von Notre-Dame (Enthauptung Petri, Musée du Louvre) und gehörte 1648 zu den Gründungsmitgliedern der Akademie.

1652 bis 1654 von Königin Christine als Hofmaler nach Stockholm berufen, erwies sich Bourdon vor allem als begabter Porträtist. Von einem ausgiebigen Aufenthalt in Montpellier abgesehen, war Bourdon dann bis zu seinem relativ frühen Ende in Paris tätig und gehörte dort zu den geschätzten und vielseitig beschäftigten Künstlern. Sein Hauptwerk der späteren Jahre war die heute zerstörte Galerie des Hôtel Bretonvilliers.

Bourdon, der sich in den beiden letzten Jahrzehnten vor allem als Maler religiöser Szenen und Landschaften der Kunstrichtung Poussins angeschlossen hatte, besaß weder die Konsequenz noch die Intellektualität seines Vorbilds. Vielleicht gerade durch die gewisse Gefälligkeit seines künstlerischen Naturells, die sich auch in einer dekorativen Auffassung von Farbigkeit und einer Neigung zu deren Verselbstständigung äußerte, wurde er zu einem wirksamen Vermittler des klassischen Stils. Er besaß außerdem graphische Begabung, hinterließ über 40 Radierungen und war ein spontaner, reizvoller, vor allem im 18. Jahrhundert geschätzter Zeichner.

6 Werke von Sébastien Bourdon

Werke, die Sébastien Bourdon zeigen

Personen, die mit Sébastien Bourdon in Verbindung stehen